Warum freie Trauungen, Marco?
28. April 2016

Freie Reden als Kunst

Redekunst! So versteh ich das.

 

Reden ist für mich immer Kunst – solange es authentisch ist! Denn wer verstanden werden will muss sich bemühen, sich auszudrücken. Allein das Wort hört sich ja schon anstrengend an. Das kostet was. Ganz einfach. Und das Bemühen ist immer kreativ und bewusst. Wenn ich beispielsweise meinen 3-jährigen Söhnen beim Reden zuhöre, dann erlebe ich das.

Diese Kreativität als Erwachsener zu behalten und Dinge so zu beschreiben, dass sie zwar alle kennen, aber sie in dem Moment, in dem sie besprochen werden, mental zum ersten Mal passieren – das ist Redekunst. Das ist nicht nur Rhetorik, das ist auch Lyrik, Empathie, Poesie und Passion, die sich durch das gesprochene oder geschriebene Wort Bahn bricht.

Weil es so urmenschlich ist, Dinge und Menschen zu besprechen, kommt es uns so normal vor. Aber jeder kennt den Unterschied zwischen einem langweiligen Lehrer und einem mitreißendem Pep-Talk.

Ich glaub, wer gelernt hat, sein Reden so zu steuern, dass es anderen zur Freude und emotionalen Erfahrungen verhilft, der oder die ist ein Wortkünstler. Dazu gehört ein angeborenes Talent, das über Erfahrung, Übung und Strategie professionalisiert wurde.

Also, wie läuft das aus meiner Perspektive ab?

Erstes. Schlagwort: Emotionen.

Denn, wenn man redet ohne emotional anzufassen, dann langweilt man. Und andere zu langweilen, ist eine Form der Unhöflichkeit bis hin zum Diebstahl wertvoller Zeit. Passiert das auf, für das Leben wichtigen, Events wie Hochzeiten, Geburtsfeiern etc., dann ist das sogar Raub an wunderbaren Erinnerungen. Fakt ist. Wer auf solchen Events spricht, hat viel Macht. Er kann den Tag entweder versauen oder beflügeln. Das muss man sich schon klar machen, wenn man meint, anderen was zu sagen zu haben. Dazu gehört auch, dass man grundsätzlich über Erlaubtes spricht und wenn man darum gebeten wird. Alles andere stößt ab.

Zweites. Schlagwort. Facetten.

Denn, wenn man nicht en detail beobachten und Unterschiede wie Spektren in Dingen und Menschen erkennen kann, dann wird man automatisch langweilen. Denn man bespricht nicht, sondern beschreibt. Klassiker: Das Runterrattern der Biografie des Paares bei der Hochzeit… als ob alle Anwesenden, die nicht kennen würden. Also bitte. Facetten, dabei denkt man an Leuchten, an bunte und schillernde Farben. Das ist Leben, das ist vital, das ist echt und jetzt einfach da. Das muss man erleben!

Ich male also sozusagen ein Bild – wie früher im Mittelalter. Man engagiert mich, um sich als Paar und Familie festzuhalten, das mit einer bestimmten Perspektive zu zeigen. Maler interpretierten Personen und Geschehnisse in bestimmter Art und Weise und stellen sie dann in bestimmten Farben oder Szenen dar. Genau das mache ich individuell mit Worten für jedes Paar. Ich liebe es, Leute kennen zu lernen und sie zu beobachten, ihre Facetten zu erschließen und anderen zugänglich zu machen. Ich suche das Besondere an Ihnen und versuche dann, dies aus meiner Wahrnehmung in den Fokus zu bringen.

Ich mache also eine Art Performance-Kunst, die völlig individuell und einmalig ist – und ich steh total drauf!